Single vs. WG: Was kostet dich was wirklich?

Lena wollte endlich allein wohnen. Nach fünf Jahren WG hatte sie genug von geteilten Küchen und Kühlschrank-Etikettierung. Sie zog in eine 35-m²-Wohnung – und zahlte plötzlich 200 € mehr als vorher. Für weniger Raum. Warum? Weil Singles im Schnitt 6,2 % mehr pro Quadratmeter zahlen. Und kleine Wohnungen pro qm teurer sind. Lena hat es bereut. Nicht weil die WG perfekt war – sondern weil sie die Zahlen nicht kannte. So geht die Rechnung wirklich auf.
Die Zahlen: Singles zahlen mehr – pro Quadratmeter
Laut Statistischem Bundesamt zahlen Singlehaushalte durchschnittlich 7,53 € pro Quadratmeter Nettokaltmiete. Haushalte mit mehreren Personen: 7,09 €. Das sind 6,2 % mehr. In Großstädten ab 100.000 Einwohnern ist der Unterschied noch größer: 8,40 € vs. 7,83 € pro qm – also 7,7 % mehr. Warum?
42 % der Singlehaushalte wohnen in Wohnungen unter 60 Quadratmetern. Und kleine Wohnungen sind pro qm teurer: 8,01 € vs. 6,93 € bei größeren. Du zahlst also mehr – für weniger Platz. Die WG teilt sich die qm-Kosten. Du hast ein Zimmer, aber Küche, Bad, Flur werden geteilt. Das rechnet sich.

WG-Zimmer: Im Schnitt 493 € warm
Ein WG-Zimmer kostet im Schnitt rund 493 € warm. In München: bis zu 800 €. In Berlin: um die 650 €. In Frankfurt: 675 €. In ostdeutschen Städten wie Chemnitz oder Cottbus: 265–287 €. Die Spanne ist riesig. Aber: Ein WG-Zimmer ist meist günstiger als eine eigene Einzimmerwohnung in derselben Lage.
Lena hat in München 950 € für 35 qm gezahlt. Ihr WG-Zimmer vorher: 12 qm, 580 €. Pro qm: 27 € vs. 48 €. Sie hatte mehr Platz allein – aber fast doppelt so viel pro Quadratmeter. Und: Küche, Bad, Flur waren bei der WG inklusive. In der Einzimmerwohnung war alles dabei, aber sie hat es allein genutzt. Und bezahlt.
Rechenbeispiel: Single vs. WG
Single 35 qm: 35 × 8 € = 280 € Kaltmiete + NK ~120 € = 400 €. Plus Strom, Internet. WG-Zimmer 12 qm: 493 € warm, alles inklusive. Oft ist die WG günstiger – und du hast Gemeinschaft statt Isolation.
Wann Single-Wohnen Sinn macht
Wenn du Ruhe brauchst. Wenn du genug verdienst. Wenn du bewusst allein leben willst – ohne Kompromisse. Wenn du Homeoffice hast und einen ruhigen Raum brauchst. Wenn du keine Lust mehr auf WG-Dynamik hast. Dann ist die eigene Wohnung die richtige Wahl. Auch wenn sie teurer ist.
Aber: Wenn du am Anfang deiner Karriere bist. Wenn du neu in der Stadt bist. Wenn du Geld sparen willst. Wenn du Gemeinschaft suchst – dann ist die WG oft die klügere Wahl. Nicht nur günstiger. Sondern auch sozialer.
Die versteckten Kosten bei Single-Wohnen
Eigene Wohnung heißt: eigene Möbel. Eigene Küche. Eigenes Strom. Eigenes Internet. Kaution für die ganze Wohnung – nicht nur einen Anteil. Bei WG-Zimmern: oft möbliert, oft All-Inclusive. Du zahlst einen Preis. Fertig. Kein Möbelkauf. Kein Techniker-Termin. Keine Strom-Nachzahlung.
„Die günstigste Wohnform ist nicht immer die mit der niedrigsten Kaltmiete. Sondern die, bei der du am Ende des Monats nicht überrascht wirst – und die zu deinem Leben passt."
– HomelyRaum
Lena und die Rückkehr
Lena ist nach einem Jahr wieder in eine WG gezogen. Nicht weil sie die Einzimmerwohnung hasste. Sondern weil sie die Kosten nicht mehr stemmen wollte. Und weil sie die Einsamkeit unterschätzt hatte. „Ich dachte, allein ist besser. Aber ich habe die Küchengespräche vermisst. Und die 200 € weniger pro Monat.“ Jetzt wohnt sie in einer möblierten WG. All-Inclusive. Sie weiß: Die Zahlen sind auf ihrer Seite.
„Single oder WG – beides ist legitim. Aber: Entscheide mit den Zahlen im Kopf. Nicht nur mit dem Gefühl."
– HomelyRaum